PD Dr. Marino Menozzi Jäckli

ETH Zürich

Human Factors Engineering

Die Zukunft – eine Perspektive für die Ergonomie

Ergonomie, eine oft als junge Disziplin gepriesene Forschungs- und Gestaltungsrichtung ist womöglich älter als angenommen. Frühe Spuren der Ergonomie finden sich bereits in der Antike. Die Ziele der Ergonomie waren damals die gleichen wie heute: Anpassung der „Arbeit“ an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Menschen. Die Inhalte der Ergonomie sind seit jeher vom technologischen und gesellschaftlichen Wandel geprägt worden. Unzählige Beispiele belegen das Geschick der Ergonomie sich auf den Wandel einzustellen und sogar künftige Wandel vorausschauend miteinzubeziehen. Die Ergonomie hat sich den technologischen Fortschritt für die eigene Aufgabe zunutze gemacht. Zum Beispiel können Arbeitsaufgaben mit digitalen Menschmodellen oder in virtuellen Welten optimiert werden und Belastungen bereits bei der Konzeptualisierung von Arbeitsprozessen vorhergesagt werden.

 

Die Technik hat vom Menschen gelernt und es ist nicht abwegig sich vorzustellen, dass die Technik ihren eigenen Wandel und vermutlich auch jener der Gesellschaft bestimmen kann. Automation und künstliche Intelligenz könnten Aufgaben der Ergonomie übernehmen. Damit wird sich die Frage nach der Existenzberechtigung der Ergonomie stellen. Die Ergonomie wird sich gezwungen sehen, sich neu zu positionieren und ihre Tätigkeitsfelder weit in die Zukunft zu suchen. Eine neue Positionierung könnte für die Ergonomie bereits heute hilfreich sein um sich effizienter bei der Gestaltung der Arbeit einzubringen.

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